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Lichte Querstraße, im Stadtarchiv 1309 als Lichte Dwasstrasße belegt.

Unser Haus wurde im Stadtarchiv gemeinsam mit den Nachbarhäusern 1597 als Bestand erstmals erwähnt. Die Zeichen in den Dachbalken deuten auf eine gleichzeitige Erbauung mit den angrenzenden Nachbarhäusern.

1615 als 4 Buden bezeichnet, die zum Eckhaus an der Hartengrube gehören.

1796 wurde es mit der Nummer 585 im Marienviertel benannt, ab 1812 (Franzosenzeit) mit Nummer 13, ab 1820 als Haus 675 und ab 1884 als Nummer 24 in der Lichten Querstraße im Domviertel. (Siehe auch Bildarchiv-Dokumente)

Auf den folgenden Bildern ist es das dritte Haus von links, oben im Zustand beim Kauf (mit Riemchenklinkern und Tropenholzfenstern), unten im sanierten Zustand.

Unter anderem wurde die Tür versetzt, um den historisch nachweisbaren schmaleren Pfosten zwischen Tür und Fenster wieder herzustellen und die verrutschte Außenansicht zu korrigieren. Die Fenster erhielten als Kompromiss zwischen Lichteinfall und den historischen kleinteiligen Kastenfenstern (siehe 2. Haus von rechts) einen Mittelpfosten und schlagen nun nach außen auf. Die Tür wurde als Kassettentür mit geteiltem Oberlicht ausgeführt.

Sanierungsblog

Lichte Querstraße ca. 1930

© Museen für Kunst und Kulturgeschichte Lübeck

Das Haus wurde mehrfach komplett umgebaut.  Dadurch entstanden Raumhöhen mit einer Höhe von bis zu 1,97m. Teilweise waren bis zu fünf Decken übereinander eingebaut.

In den 70er Jahren wurde erneut „saniert“. Aus dieser Zeit stammen wahrscheinlich Tropenholz- und Glasbausteinfenster, Zementputz und die Verkachelung des nahezu gesamten Erdgeschosses, Holz-, Panel- und Styroporverkleidungen an Wänden und Decken, Laminatböden, Nachtspeicherheizung sowie die Dacheindeckung mit Betonsteinen.

Altstadthaus Lichte Querstraße 24

 

Modell in Eigenbau

Nach den Rückbauarbeiten haben wir das Haus komplett saniert (bis auf die historischen Balken entkernt). Die Innenwände aus verschiedenen Umbauphasen wurden entfernt und in einer statischen Senkrechten im Haus neu gesetzt. Zementputz, Wandflliesen und Panele haben wir durch Sichtmauerwerk bzw. Lehmputz ersetzt, die Decken größtenteils herausgenommen und soweit möglich mit vorhandenem aufgearbeiteten Hölzern neu gebaut. In den oberen beiden Stockwerken haben wir aus Brandschutzgründen zu den Nachbarhäsern doppelte Fermacellwände gesetzt. Eine Brennwerttherme mit Flächenheizungen an Wänden und Fußböden ersetzen die Nachtspeicheröfen, in den Zimmern mit Wandheizung haben wir Hobeldielen eingebaut, im Erdgeschoß Ölandsteine verlegt.

Die Türen haben wir aus einem Abbruchhaus neu beschafft, die Zargen aus Holz gebaut.
Die Treppenposition haben wir nach vorn und wie im Nachbarhaus vor die Eingangstür verlegt, um das Haus zum Garten hin zu öffnen.
Die alte Treppe wurde nach Absprache mit dem Denkmalpfleger bis auf den gut erhaltenen Antrittspfosten abgerissen. Der Treppenneubau wurde nach historischem Vorbild mit Setzstufen, Kröpflingen und gedrechselten Doggen (nach dem Modell eines alten Lübecker Treppendoggen) ausgeführt, ist aber mit ihrem geölten Eschenholz und lackierten Wangen und Doggen gut als Neubau zu erkennen.